Analyse und Ergebnisse der Hörstudie 2015/16

Hörstudie räumt mit Vorturteilen auf

Seit nunmehr 10 Jahren ruft Hansaton dazu auf, an der Hörstudie teilzunehmen. Erstmals werden jetzt die Ergebnisse dieser Langzeitstudie präsentiert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu dienen, das Thema Hörgeräte in der Gesellschaft weiter zu enttabuisieren, die Bedürfnisse von Hörgeräteträgern besser kennenzulernen und so wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Hörgerätetechnologie zu gewinnen.

Für die Hörstudie 2015/16 wurden Personen mit Hörminderung gesucht und von Hansaton befragt, die Auswertung der Daten erfolgte durch das Institut für Grundlagenforschung. „Das Ziel hinter der Studie ist es dabei“, so Prof. Dr. Stefan Launer, wissenschaftlicher Leiter des weltweit führenden Hörgeräteherstellers, Phonak, „die Meinungen und Erfahrungen von Hörgeräteträgern zu ermitteln und so unsere Geräte noch besser auf ihre Bedürfnisse abstimmen zu können.“ 7.979 Personen durchliefen die Hörstudie und schilderten ihre Wünsche, Vorurteile und Erkenntnisse vor und nach der Hörgeräte-Testphase. Für beinahe zwei Drittel war es die erste Erfahrung mit Hörgeräten.

Hörverlust – oft unterschätzt und zu spät behandelt

Erschreckend sind die Zahlen, wie lange Betroffene darauf warten, bis sie den Hörverlust behandeln lassen: 20 % der Studienteilnehmer berichteten davon, seit über 10 Jahren nicht mehr richtig zu hören. Insgesamt meinten 89 %, seit mehr als einem Jahr schon Probleme mit dem Gehör zu haben.

Studienteilnehmer erlebten Hörgeräte mehrheitlich als hilfreich

Bei der Frage, ob die Studienteilnehmer das Tragen eines Hörgerätes als hilfreich erlebt haben, gaben insgesamt 83 % der Befragten an, sie als sehr hilfreich (48 %) oder zumindest als eher hilfreich (35 %) erlebt zu haben. Daraus ergeben sich auch die Ergebnisse bei der Frage, ob auch gleich über den Kauf eines Hörgerätes nachgedacht wurde: Für 67 % der Befragten war der Kauf nach der Testphase sehr (47 %) oder eher wahrscheinlich (20 %), für vollkommen unwahrscheinlich hielten lediglich 9 % eine solche Investition.

Personen mit Hörproblemen werden immer jünger

67 % der Studienteilnehmer waren dabei unter 70 Jahre alt, über ein Viertel sogar unter 60 Jahre und damit noch mitten im Berufsleben stehend. Mittlerweile ist das Thema Hörverlust mitten in der Gesellschaft angekommen, allerdings ignorieren nach wie vor große Teile der Bevölkerung das Problem des schlechten Verstehens. Auch wenn der Fernseher lauter geschaltet wird, um der Handlung besser folgen zu können, ignorieren noch viele die ersten Anzeichen für einen Hörverlust. Nur eine professionelle Messung bei einem HNO-Arzt oder Hörakustiker kann in so einem Fall Klarheit bringen.

Das Umfeld ist gefragt

32 % der Studienteilnehmer gaben bei der Befragung an, dass ihr Umfeld sie bereits häufig darauf hingewiesen hat, dass ihr Gehör nicht mehr optimal funktioniert, weitere 50 % gaben zu, gelegentlich darauf hingewiesen worden zu sein. Dies zeigt sich auch bei der Frage nach Situationen, in denen eine Verbesserung von Hören und Verstehen besonders gewünscht ist: In geselligen Runden dem Gespräch besser folgen zu können, wünschen sich immerhin 93 % der Befragten, direkt gefolgt davon, Gespräche in ruhiger Umgebung (91 %) sowie am Telefon (88 %) besser verfolgen zu können. Erst etwas weiter hinten finden sich hingegen Alltagssituationen wie Fernsehen (78 %), Musikhören (65 %) oder Einkaufen (50 %).